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Massimo Ornatelli (l.) und Bielefelds Thilo Versick beobachten den Zweikampf von Preußens Patrick Kirsch und Gianluca Marzullo aus nächster Nähe.

Arminia Bielefeld - Preußen Münster 0:1:

48 Stunden an der Sonne

Thomas Rellmann am 06. September 2010
BIELEFELD Zugegeben, sie ist maximal eine Momentaufnahme, diese Tabellenführung. Und schon am Mittwoch ist sie der SC Preußen wohl wieder los. Doch mit dem 1:0 (1:0)-Sieg bei Arminia Bielefeld II schnappte sich der Regionalligist nicht nur Rang eins, sondern untermauerte seinen Anspruch auch mit einer phasenweise bärenstarken Leistung.
16 Tage nach dem desillusionierenden 0:1 gegen Fortuna Düsseldorfs U 23 ist Münster wieder im Geschäft, nicht nur nach Punkten. Auch wenn dieser Gegner im westfälischen Kleinformat-Derby sicher kein Maßstab war. Über Nacht war offenbar die Oberschenkelzerrung von Babacar Ndiaye abgeklungen, sodass Trainer Marc Fascher die gleiche Elf ins Rennen schicken konnte wie jüngst beim 3:1 über Eintracht Trier, also auch zwei Stürmer.

Und wie gegen die Moselkicker wäre wieder eine frühe Führung drin gewesen. Aber Kara (4.) scheiterte wie auch der freistehende Ndiaye (9.) nach präzisem Zuspiel von Stefan Kühne. Am nächsten dran am 1:0 war jedoch Massimo Ornatelli, dessen Schuss aus 22 Metern an den langen Pfosten klatschte (12.) und der eine Flanke von Patrick Huckle per Kopf nicht richtig erwischte (20.).
Ja, die Preußen attackierten konsequent und effektiv, waren klar tonangebend. Während sich die angeblich 2500 Zuschauer auf den Rängen ein ausgeglichenes Gesangsduell lieferten, ging es auf dem Rasen einseitig zu. Daniel Chitsulo fehlte nach Ndiayes Kopfball-Ablage die Präzision (25.) - es war bereits die fünfte Großchance der Gäste.

Fast schon fahrlässig, dass sie diesen sehr guten Auftritt nicht mit Toren krönten. Denn der Offensivdrang der Münsteraner ebbte nach einer knappen halben Stunde leicht ab, was eine gewisse Ereignislosigkeit zur Folge hatte. Bielefeld jedenfalls war ohne Verstärkung aus der zweiten Liga nicht in der Lage, das Spiel zu machen, geschweige den Torgelegenheiten zu kreieren. Traumhafte Kombination Der Favorit aber hatte noch einen Angriff auf Lager. Und was für einen: Spieleröffnung Kara, Steilpass Chitsulo, Querpass Kühne mit viel Übersicht, Ndiaye ohne Mühe mit der Innenseite. Tor! Das 1:0 dank einer herrlichen Kombination war der passende Schlussakt einer glänzenden ersten Hälfte.

Da konnte der zweite Abschnitt in Sachen Strafraumszenen nicht mithalten. In Gefahr war der Sieg der Preußen aber niemals. Nicht eine einzige ernsthafte Möglichkeit bekamen die Ostwestfalen auf die Reihe. Nur Thilo Versick rutschte einmal in aussichtsreicher Position weg (76.). Schnelle Fehler im Aufbau, erzwungen durch aufmerksame Gäste, und absolute Ideenlosigkeit in der Offensive waren die Einladungen zu einem Spaziergang für den neuen Spitzenreiter. Kara (55./86.) und auch Kühne (62./81.) verpassten den zweiten Treffer, also blieb Faschers Elf ein kleines Zitterspiel nicht erspart. Der Ergebnisfußball der Endphase ließ sich mit drei Punkten jedoch gut rechtfertigen.

Arminia: Platins - Appiah, Rump, Stöcker, Heermann - Kasela Mbona (56. Barton), Demme - Studtrucker, Rüter (73. Dogan), Versick - Marzullo
SC Preußen: Lenz - Westermann, Kirsch, Halet, Huckle - Bourgault, Kühne - Ornatelli, Kara (90.+2 Möllering) - Ndiaye (67. Lorenz) , Chitsulo (84. Glöden)
Tore: 0:1 Ndiaye (41.)
Zuschauer: 2500
Schiedsrichter: Jan-Eike Ehlers (Weyhe)